Sukhothai die Wiege Thailands und Weltkulturerbe


Das Königreich Sukhothai bestand von 1238 bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts in der heutigen Nordregion von Thailand. König Ramkanghaeng wird allgemein als Vater der Thailändischen Nation genannt. Seine Hauptstadt war Sukhothai.
Heute hat die Stadt ca. 30.000 Einwohner und liegt ca. 440 km nördlich von Bangkok am Fluss Mae Nam Yom. Die Stadt "Morgenröte der Glückseligkeit" wie sie übersetzt heißt wird in zwei Orte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können unterteilt. New Sukhothai ist ein kleines unbedeutendes nahmezu gesichtsloses Provinzstädchen ungefähr 330 km südlich von Chiang Mai. Der historische Teil einer der weltweit größten bedeutendsten und zugleich attraktivsten Tempelanlagen überhaupt. Nach einer über 30 Jahre dauernden, teilweisen Restaurierung, Nachahmung und Rekonstruktion wurde der Geschichtspark 1991 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Alle historischen Sehenswürdigkeiten befinden sich in Old Sukhothai. Der historische Park bedeckt eine Fläche von ca. 72 km² und beherbergt hunderte von Monumenten. Ihn an zuschauen bedarf es mehrerer Tage. Für eilige Touristen bieten die Thais Führungen in ihren Tucktucks zum Preis von 500 - 800 Baht an. Kleinere Fahrten innerhalb der 2 x 1,6 km großen Fläche der ehemaligen Stadtmauer sind ab 200 Baht (Stand Dez. 2012) zu haben. Für romantische und zeitlose Besucher gibt es für wenig Baht Fahrräder für den ganzen Tag zu mieten. Etliche - meist jüngere Touristen nutzten diese Option.
Man fährt jedoch nicht extra nach Sukhothai nur um sich das architektonisch-kulturelle Sparprogramm rein zu ziehen, so wie es die Rundreisetouristen machen, die in 4 Tagen ganz Nordthailand gesehen haben wollen. Ohne Übernachtung kommt man nicht aus. Die Unterkünfte sind einfach und preiswert. So mieteten wir einen thaitypischen sauberen Bungalow mit Aircon und Dusche für schlappe 350 Baht.
Die Orte sind ungefähr 12 km auseinander und mit Songthaews für 30 Baht erreichbar. Dreiradtaxis soll es ab 150 Baht geben.

Je mehr ich mich über Sukhothai informiere, desto faszinierter bin ich. Nach und nach kommen so viele kulturelle, bauliche und historische Dinge ans Tageslicht, welche das thailändische Leben heute noch maßgeblich prägen, obwohl dieser Ort außer einer großen Menge an teilweise verfallenen Ruinen wenig zu bieten hat. Alles hatte in Sukhothai seinen Ursprung.
Vielleicht bin ich verrückt, aber ein zweiter Besuch steht in meiner weiteren Thailandreiseplanung. Versuche dann mit den Steinen zu sprechen und bin interessiert, was sie mir über das einstige Siam Reich erzählen können. Hier die Glanzpunkte:

1. Import und Begründung des heute noch gelebten thailändischen Theravada Buddhismus aus Sri Lanka und Indien.

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2. Gründung des heutigen Thailand damals noch Siam genannt


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Beides - der Glaube und der Nationalstolz - sind noch heute im modernen Thailand untrennbar miteinander verbunden. Seit Jahrhunderten prägen und gestalten diese Einflüsse das Leben der thailändischen Menschen.

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3. zu dieser Zeit wurde das heute noch angewendete Thailändische Alphabeth entworfen und eingeführt.

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Gruß der mit dem Fähnlein Flaggen26wai In einem konfortablen Reisebuss mit Aircon, DVD-Programm, Schlafsesseln und Darreichungen von kostenlosen Snacks und Getränken liesen die ca. 7 Stunden Fahrtzeit bequem ertragen, - so die Aussage von Reisenden, die von Bangkok anreisten. Wir sind nur ! von Nakhon Sawan in drei Stunden zu unserem Ziel gelangt. Der Fahrpreis ist mit ca. 450 Baht für die gesamten 440 km von Bangkok durchaus landesüblich und entspricht einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
Icon_superTIPP Icon_super nehmt die großen Busse, die sind komfortabler was Sitzplatz, Beinfreiheit und Strassenlage anbelangt. Die Minibusse halten an jedem Misthaufen zu Aufnehmen, Abladen oder zum Tanken. Vor allen Dingen spürtst du jedes Schlagloch weil die meistens wie die Gesengten fahren. Trotzdem sind sie nicht schneller am Ziel, da sie viel öfter halten oder sonst Pause machen.
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Schon die Anfahrt eine Augenweide.

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Vorbei an endlos scheinenden kilometerlangen im neongrün erstrahlende Reisfelder - genossen wir die Reise gen Norden.
Ungefähr 100 km vor Sukhothai kündeten Gebirgszüge entlang der Strasse an, dass es nun nicht mehr weit sein konnte. Schroffe kahle Felsformationen erhoben sich wie Hüter über die farbenprächtigen unendlichen Reisfelder.

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Entspannt und neugierig kamen wir an. Hier ein paar Impressionen von einem der wenigen Sehenswürdigkeiten in New Sukhothai, dem Busbahnhof. Schön modern gestaltet mit Liebe zum Detail, dezenten Königsfarben und dennoch mit historischem Bezug.

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Hier die wohl berühmteste Glocke, die uns hier in mannigfaltigen Formen begegnet.

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Dieses Glockensymbol galt lange Zeit als Vorbild der frühen Demokratie im 13. und 14. Jahrhundert.

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Überall finden wir sie mit historischem Bezug.



Der neue Busbahnhof liegt ungefähr 3 km außerhalb der Stadt (1). Für ca. 80 Baht für 2 Personen wird man in die Stadt oder zum Qurtier gefahren. Sehr freundlich helfen die Tucktuckfahrer auch bei der Quartiersuche.


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Hier unser Quartier (2). im Garden House - Unser Bungalow ist in typisch thailändischem Stil gehalten.

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Das obligatorische Moskitonetz gehört genau so dazu wie die Klappfenster im Gegensatz zu unseren Flügelfenster. Einfach gehalten - sauber mit Aircon, seperater Dusche und Klo im Bungalow. Das Ganze auf ca. 10m² für 350 Baht pro Nacht

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Ein Spaziergang am Abend wirkt lobend und labend.

Getreu dieses Sprichwortes machten wir uns auf den Weg um die "Morgenröte der Glückseligkeit" wie Sukhothai auf Thai genannt wird und seine Schönheiten zu erkunden.

Schon von anderen Reiseberichten vorgewarnt gab es hier angeblich wenig Interessantes zu besichtigen. Eigentlich unfassbar bei der historisch bedeutenden Stadt. Was ist passiert? Wurde die Stadt in der Vergangenheit von Eroberern platt gemacht ? Oder gab es sonstige Hinweise und Erklärungen, etwa auf Naturereignisse wie Naturkatastrophen, Seuchen oder sonstige widrige Einflüsse ? Die Antwort fiel ganz schlicht aus. Ein Großfeuer hatte 1968 den gesamten historischen Stadtkern vernichtet. Und doch haben wir noch Überreste des einstigen Glanzes entdeckt.
Was schätzt ihr, wo diese Ausschnittvergrößerung aufgenommen wurde - und wie groß das Teil ist?

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Der Wat Sri Chum ist nach Aussagen der Touristenführer der wichtigste und am meisten fotografierte Tempel außerhalb Old Sukothais. Er befindet sich nordwestlich der rechteckigen Festungsanlage. Seine extremen Ausmaße und seine baulichen Besonderheiten machen ihn so sehenswert.

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Die ca. 15 Meter hohe Buddhastatue zählt zu den am aufwendisten restaurierten Monumenten. Ebenso interessant ist die mehrfach veränderte Umbauung. Der quadratische Tempel um die Statue hat eine Seitenlänge von 32m und ist 16m hoch. Seine Wände sind 3m dick. Früher war er von einem Holzdach bedeckt.
Das Besondere daran : Er wurde vom König Thammaracha III (1399 - 1419) mehr als hundert Jahre später um die gigantische Statue gebaut. Das bewiesen Erwähnungen auf dem Inschriftenstein die von dem als Gründer Thailands geltenden König Ramkamhaengs (1279 - 1298) verfasst wurden. Der Inschriftenstein gilt als ältestes Zeugnis der Thaischrift (aus dieser Zeit stammt das Thai-Alphabet) und als eine der wichtigsten Quellen über die Regierungszeit dieses Königs von Sukothai, die in der Geschichte Thailands allgemein als "Goldenes Zeitalter" gilt.

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hier die enorme Bedeutung: Alles was den Thais heilig ist "bekleben" sie mit Gold. Das soll das wohlwollen Buddhas erwecken und ihnen Glück bringen.

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und so sieht der Tempel von hinten aus. Von hier führte eine Treppe auf das Dach.

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Abschliesend ein paar Worte zum "Vater Thailands".
Ungeachtet seiner militärischen Erfolge und seiner charmanten Wirkung bei Frauen liegen König Ramkamhaengs größte Verdienste jedoch auf anderen Gebieten. Als äusserst wohlwollender und gütiger Herrscher hatte er Vorbildfunktion für heutige Demokratien. Obwohl er Gewalt vermied, schreckte er im Zweifelsfall davor nicht zurück. In Sukothai wurde die Sklaverei abgeschafft. Jeder Bürger sollte sich frei entfalten und in der Gesellschaft nach seiner Facon glücklich werden. Der Legende nach lies Ramkamhaeng eine Glocke am Eingangstor seines Palastes anbringen, die jeder Bürger läuten konnte, um sein Anliegen dem König persönlich vortragen zu dürfen. Er war somit das Gegenbeispiel zu den damaligen Gottkönigen der Khmer und anderen heute noch existierenden gottähnlichen Machtstrukturen. Um sich davon abzugrenzen, nahm Ramkamhaeng den singhalesischen Theravada-Buddhismus an, um diesen in der Bevölkerung zu verankern. Sein Aufenthalt in einem Kloster diente den weiteren Königen als Vorbild. Sie lebten eine zeitlang in einem buddhistischen Kloster um die Tugenden der Einkehr, Enthaltsamkeit und Demut zu erlernen.

 Ungefähr 3 km von Old Sukhothai entfernt steht auf einem ca. 200 m hohen Hügel einer der schönsten und ältesten Buddha-Figuren, der Phra Attharot Buddha von Wat Saphan Hin.

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Der Tempel heißt übersetzt "Steinbrücke".

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Er hat seinen Namen von dem mit Steinplatten erhöhten Weg der dorthin führt.
Der Aufstieg zur Anhöhe ist ein mühsamer und schweisstreibender Marsch. Unendlich scheinende 300 Meter bei sengender Hitze steigt man dem Ziel entgegen. Über eine erhöhte Steinplattform geht der Weg nach oben. Aber dieser beschwerliche Gang wird reichlich entlohnt



Ein grandioser Weit- oder Ausblick über die Ebene entschädigt für die Strapazen. Wunderbar !!

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Die große, über 12 Meter hohe Buddhastatue steht in den Überresten einer Gebetshalle die man noch erkennen kann, auf dem Gipfel des Hügels.
Buddha blickt über die Ebene mit einem Gesicht, das Bestimmtheit, Harmonie und innere Ruhe ausstrahlt.



Leider nagt der Zahn der Zeit auch hier. Und nur mühsam konnte die Statue restauriert und zusammen gehalten werden. Deutliche Spuren sind sichtbar und bezeugen das hohe Alter dieses Kunstwerkes. Nahezu 700 Jahre blickt der Buddha schon über dieses weite Grün.

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Von der einstigen Gebetshalle sind nur noch ein paar Grundmauern und Säulen übrig. Und auch diese zwerfallen nach und nach.

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Einer Inschrift zufolge ritt König Ramkamhaeng (der Thailandgründer) auf einem weißen Elefanten bei Vollmond zum Wat Saphan Hin um Buddha seinen Respekt und Ehre zu zollen.

was bleibt ist der Glaube.

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und ein faszinierender Blick zurück.

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