Chiang Mai - Die Rose des Nordens

 

Als wir nach ca. 7 stündiger Fahrt dort ankamen fiel uns diese Frau auf:

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Zwei Schals Felljacke und eine lustige handgestrickte warme Mütze.
Daran erkennt der aufmerksame Betrachter zwei Dinge:

In Chaing Mai ist es recht kalt. Zudem sind wir ausgerechnet im kältesten Winter (Jan.2014) dort hin gefahren.

Die interessante Mütze mit den lustigen Aufsätzen und den drei roten Bommeln stammt aus dieser Gegend. Hier im Bezirk Chiang Mai ist das Kunsthand von Thailand zu Hause. Ob Kleidung, Holzschnitzereien, Taschen, Seidenmalereien oder die legendären handbemalten Schirme aus der Region - wirklich schön. Nur auf der Insel Bali habe ich noch feinere, detaillreiche Kunsthandwerksprodukte gesehen. Mehr dazu später.

Obwohl die Stadt (2012) knapp 136.000 Einwohner zählt ist die Altstadt winzig und zeugt von hohem Alter.
Sie wurde 1296 als Hauptstadt des Königreiches Lan Na („Land der Millionen Reisfelder“) gegründet. Tradition und politischer Hauptsitz prägten mehrere Hundert Jahre ihre Funktion und das Aussehen. Es wird behauptet, Chiang Mai hat mit über 300 die meisten Tempel in Thailand. Zwar kann ich mir schwer vorstellen, dass Bangkok als 13 Millionen Metropole weniger hat, aber es wird zumindest behauptet.

Gerade ihr kleiner quadratischer Altstadtkern in den Maßen von nur ca. 2 X 2 km Seitenlänge übt einen besonderen Reiz auf mich aus und gibt der Stadt ein ganz besonderes Flair. Der historischen Plan zeigt, wie ein riesiges Schutzsystem aus Mauern und Wassergräben die Stadt beschützen sollte. Es gibt offiziell nur vier befahrbare Eingänge. Sie durchziehen das Zentrum wie ein riesiges Kreuz, was die Orientierung sehr vereinfacht. Das Innere der Festungsmauern ähnelt unseren Altstäden, nur mit sehr viel mehr Freiflächen. Der Stadtkern wird bewahrt, der Handel und die Wirtschaft außerhalb der Stadtmauern angesiedelt.

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Ich fühlte mich wie in der Fußgängerzone einer deutschen Stadt. Überall das lebensfrohe, aufgelockerte, entspannte Schlendern und rumsitzen in gemütlichen Cafes. Keine Hektik, kein Gebrülle, geringer Verkehrslärm,keine Stress - eben dolce vita pure. Keine Anmache, keine aufdringlichen Händler und nirgends das Gefühl als Deutscher unbeliebt zu sein. Leben und leben lassen, jedem das Seine. Mir ist aufgefallen, dass die Einheimischen und Gäste einen wesentlich entspannteren und gepflegteren Umgang miteinander haben als in den Touristenzentren. Entspannung und Entschleunigung satt. So empfand ich die bisher wenigen Tage, die ich dort verbringen durfte.

Und so Buddha es zulässt werden es garantiert nicht meine Letzten dort gewesen sein.


Wie schnuckelig klein die Altstadt der offiziell zweitgrößten thailändischen Stadt ist kann sich keiner vorstellen, der nicht dort war. Habe google bemüht um mit einem Satellitenfoto das einen eingeblendetem Maßstab hat die Entfernungen darzustellen. Die wichtigste Information auf dem Bild ist der Größenvergleich der 500 m mit den quadratischen Stadtmauern. Bei einem Spaziergang kann die Altstadt gemütlich in zwei Stunden umgangen werden. Länger braucht man für die ca. 7 km nicht.

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Das Leben spielt sich hier auf engstem Raum ab. Die legendären Märkte und Markthallen sind zwischen den Altstadtmauern und dem Fluss Ping.
Manchmal kam es mir vor, als wenn der ganze Bereich ein riesiger Handelshof wäre. So eine Standdichte auf so großer Fläche habe ich selbst in Bangkok nicht erlebt.

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Und so sehen sie aus die historischen Gemäuer mit den stark befestigten Eckbollwerken.

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Selbst bei uns würde diesen Mauern mit Wassergraben ein hoher Freizeitwert zugeschrieben. Sind sie nicht süß die Wasserspiele, die hier in den verschiedensten Formen die sonst tristen Wassergräben auflockern?

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Und wie es im Mittelalter zugegangen ist, erinnert dieses schwere Eingangstor an der mühevoll restaurierten Mauer. Vor Feinden und unerlaubten Eindringlingen sollte geschützt werden. So konnte genau kontrolliert werden wer rein und raus ging und welche Waren er mit sich führte.

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 Durch die Öffnung von Myanmar (Burma) hat das ca. 100 km entfernte Chiang Mai stark an Bedeutung gewonnen. Ebenso ist die Stadt durch den nur 3 km entfernten Flughafen und die vielen Busanbindungen rasch erreichbar. Die öffentliche Verkehrsinfrastruktur entspricht dem Niveau von Pattaya. Überall fahren ausreichend Bahttaxis.
Vom Zugfahren - selbst Nachtzug - rate ich ab.
Laos und der Mekong sind ebenso wie das "Goldene Dreieck" ca. 250 km entfernt. Chiang Rai ca. 160 km. Eine mehrtägige Bootstour auf dem Mekong gehört zu meinen nächsten Erlebnissen.

Die Stadt ist ein Eldorado von Backpackern und Fahrradfahrern. In der kleinen verkehrsarmen Altstadt bist du mit dem Fahrrad flott unterwegs.
Sogar für Schwergewichte wie z.B. Gänseblümchen oder Nomagic gibt es geeignete Fahrräder zu leihen.

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Wer es etwas komfortabler und romantisch haben möchte, für den steht diese Rikscha zur Verfügung.

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Und wer unbedingt mit dem Mercedesstern herumkutschiert werden möchte, der liegt hier genau richtig.

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