Buddhismus in Thailand

 

Wer die Thais auch nur ansatzweise verstehen möchte sollte sich mit dem Buddhismus auseinandersetzen. Zumindest die Grundgedanken dieser Weltreligion sollten geläufig sein. Der Buddhismus beeinflusst Asien und insbesondere Thailand schon 5 Jahrhunderte vor Beginn des Christentum. Einer der wichtigsten Werte der Thais ist ihre Individualität. Der bleiben sie treu und sind sehr stolz drauf und das spiegelt sich auch in dem thailändischen Buddhismus wieder. Selbstverständlich befasse ich mich nur mit dieser thailändischen Variante hier in diesem Beitrag.

Der Buddhismus beruht auf der Geschichte des Fürstensohnes Siddharta Gautama. Er wurde um das Jahr 543 v. Chr im heutigem Nepal geboren. Erst am Ende seiner religiösen Suche wurde ihm der Titel Buddha (Der Erleuchtete) von seinen Anhängern verliehen. Siddharta Gautama führte in seiner Jugend ein ausschweifendes Leben. Doch schon früh zweifelte er an Sinn und Nutzen von Materiellem. Mit 29 Jahren verließ er seine Frau und Kind und ging fort aus dem Palast um in der Einsamkeit nach Antworten auf die Fragen des Lebens zu suchen. Er unterwarf sich vielen Qualen und Disziplinen, doch erkannte das die Wahrheit immer auf dem „Mittleren Weg“ lag. Niemals in zu extremen Denk- oder Handlungsweisen. Diese Erkenntnis ist tief in der Psyche der Thais verankert. Die Erleuchtung kam Siddharta Gautama dann meditierend unter Bodhi Baum. Dieser Ort wurde Bod Gaya genannt (Ort der Erleuchtung). Seine Erkenntnisse fasste er in den „ Vier Edlen Wahrheiten zusammen“.

 

Dukkha(=Schmerz) alles Leben ist Leiden

Samudaya (=Begierde) Alles Leiden wird durch Begierden ausgelöst.

Nirodha (=Beendigung) Dem Leiden kann durch Auslöschung der Begierden ein Ende gesetzt werden.

Magga(=Weg) Die Begierden lassen sich durch das Begehen des „Edlen Achtfachen Pfades“ auslöschen und somit auch das Leiden.

Dieser „Achtfache Pfad“ ist ein strikter Lebenskodex der dem der ihn befolgt viel abverlangt. Er besteht aus:

der richtigen Erkenntnis, d.h. dem Erkennen der Grundprobleme aller Existenz

dem rechten Denken, d.h. Denken ohne zu verletzten, dem Hegen von edlen Gedanken

der rechten Rede, d.h. Rede, ohne zu verletzten oder ohne aus eigennützigen Motiven die Unwahrheit zu sagen

den rechten Taten, d.h. nicht zu töten, zu stehlen, ect. Sonder seinen Mitmenschen zu helfen

dem rechten Lebenserwerb, d.h. Lebenserwerb der nicht andere auf irgendeine Weise schädigt

der rechten Bestrebung, d.h. aus eigener Kraft die negativen Gedankenströme zu überwinden

der rechten Aufmerksamkeit, d.h. durch Kontemplation und Meditation zur Selbsterkenntnis zu gelangen

der rechten Konzentration,d.h. Konzentrationskraft die es ermöglicht einen Gedanken bis zu seinem Ende zu verfolgen, ohne davon Abzuschweifen

Wer es schafft diesen Pfad zu gehen sollte belohnt werden. Im Buddhismus steht nach dem Tod die Reinkarnation. Also ein neues Leben. Wenn man im vorherigen Leben überwiegend gutes vollbracht hat so sollte man ein besseres Leben bekommen. Überwiegt das schlechte so wird man wohl möglich als Tier oder Dämon Wiedergebohren. So stellen schwere Schicksalsschläge für betroffene oft die Strafe für Vergehen in vergangenen Leben da und werden mit Gleichmut hingenommen. Das Endziel des Buddhismus ist das Nirwana ( Thai: niphaan ). Ohne Begierden, in einem Körperlosen, übermenschlichem Zustand der das Ende der Wiedergeburten Bedeutet. Nur wenige erreichen jedoch diesen Zustand. 95% der Thais sind Buddhisten.